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Lasst uns Plastikmüll vermeiden

Unser Alltag besteht aus vielen kleinen Dingen, die summiert mitunter einen großen Effekt haben. Dazu gehören nicht nur die Verkehrsmittel, für die wir uns tagtäglich entscheiden, um von A nach B zu kommen. Sondern auch und gerade die vielen kleinen Dinge, die wir im alltäglichen Leben nutzen oder aber kaufen. Und zu dem kleinen Ding gehört dann in der Regel noch eine Verpackung. Transportiert werden muss es auch. Und bei der Produktion vieler, wenn nicht sogar aller Dinge wird CO2 produziert, auch bei vielen Lebensmitteln.

So wird aus kleinen Teilen eine große Summe. Eine negative Summe, denn es entsteht in diesem Fall zum Beispiel ein Riesenberg an Müll. Aus Plastikmüll. Und der - keine neue Information, aber tragisch - landet als Plastikmüll im Meer und an vielem anderen Orten. Unter anderem auch in unserem Trinkwasser.

In den EU-Ländern entstehen jährlich im Durchschnitt rund 33 Kilogramm Verpackungsabfall aus Plastik pro Einwohner. In Deutschland liegen wir mit 39 Kilogramm Pro-Kopf deutlich über dem Durchschnitt. Der größte Anteil an Kunststoffabfällen findet sich in Verkaufsverpackungen wieder. *

Dass unser Plastikverbrauch erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt hat, ist inzwischen unbestreitbar. Plastik ist in unserem Leben einfach allgegenwärtig. Besonders bedenklich ist Plastik als Einwegprodukt: Als Verpackung verwendet, begegnet uns der Kunststoff täglich in Massen. Oft ohne, dass wir uns darüber bewusst sind. Dabei ist es gar nicht so schwer, den eigenen Plastikkonsum zu reduzieren.

„Ist doch nur ein Strohhalm“ - sagen 1.89 Millionen Menschen

Wir alle können unseren eigenen kleinen Beitrag dazu leisten, diese Zahlen zu reduzieren und unsere Umwelt zu schützen. Für uns, für andere, für eine Zukunft. So dass der Müllberg zumindest nicht weiter in schwindelnde Höhen wächst. Daher haben wir für euch einmal ein paar nützliche Tipps zusammengetragen, um Plastikmüll im Alltag zu reduzieren.

1. Überflüssige Einwegprodukte im Alltag reduzieren oder ganz weglassen

Plastikteller und - besteck, Trinkhalme, Ess- oder Rührstäbchen. Wir benutzen sie nur wenige Minuten und werfen sie dann in den Müll. Muss das wirklich sein? Wäre es da nicht sinnvoller, wenn wir ein bisschen mehr Abwasch nach dem Picknick oder der Party haben und dadurch die Umwelt und ganz nebenbei auch noch den eigenen Geldbeutel schonen?

Unser Vorschlag: Nutzt Mehrweggeschirr oder ladet zu Getränken und Speisen ein, die ohne überflüssiges Plastik auskommen. Speisen also z.B. in verschließbaren Mehrwegbehältnissen transportieren und anbieten. Wer von euch nach der Party zu faul zum Spülen ist und keine Rücksicht auf das Partybudget nehmen muss, kann beim Getränkelieferanten nach Gläsern fragen. Viele bieten die Anlieferung von Gläsern und sogar das Spülen danach als Service an.

2. "Unverpackt"-Läden

Supermärkte und Discounter: Hier haben wir als Kund*innen oft kaum eine Chance, unverpackte Lebensmittel zu kaufen. Häufig wird das Produkt in viel Plastik gehüllt, um es besser in Szene zu setzen. Und selbst, wenn wir den Verpackungsmüll im Laden zurücklassen - schön ordentlich getrennt - muss er ja doch entsorgt werden und irgendwohin transportiert werden.

Unser Vorschlag: Wenn möglich, "Unverpackt"-Läden unterstützen. In vielen größeren Städten gibt es diese Läden bereits. Mitgebrachte Behälter werden hier einfach aufgefüllt. Auch im Internet gibt es sogenannte Zero-Waste-Läden, die ihre Ware ausschließlich in bereits benutzten Kartons verschicken. Ansonsten können für euch die Hamburger Wochenmarkt und Läden mit Frischetheken eine Alternative sein, um Plastik zu vermeiden. Der Ruf der Märkte, so teuer zu sein ist auch nicht immer wahr. Probiert es doch einfach mal aus. Und es gibt auch bereits Supermärkte, die bereit sind ihre Fleisch-, Wurst- oder Käsewaren in mitgebrachte Behältnisse einzupacken. Einfach mal im Supermarkt eurer Wahl nachfragen.

Eine Übersicht über Hamburger „Unverpackt Läden findet ihr zum Beispiel hier.

3. Mehrfach verwendbare Tragetaschen

Sie nicht zu nutzen ist für uns rein gedanklich eigentlich ein Selbstgänger, aber doch immer wieder Thema: die Einweg-Tragetaschen. Ob aus Plastik oder Papier - die Ökobilanz von Einweg-Tragetaschen ist miserabel. Zum Glück sind Plastik- und Papiertüten an den Supermarktkassen in Deutschland mittlerweile viel seltener erhältlich oder nur gegen einen Aufpreis.

Unser Vorschlag: Oft werden Mehrweg-Tragetaschen in den Läden angeboten. Nehmt am besten den eigenen Rucksack oder Einkaufsbeutel zum Einkaufen mit. Schicke Leinenbeutel kann man heutzutage auch für kleines Geld kaufen. Witzig, bunt oder mit smarten Sprüchen bedruckt passen sie clever gefaltet sogar fast in nahezu jede andere Tasche.

4. Mehrweg statt Einweg

Wer von uns kennt das nicht? Schnell etwas gegen den Durst unterwegs: Einwegflaschen und -dosen. Schnell mal beim Einkauf oder beim Imbiss mitgenommen erzeugen sie trotz Pfand ebenso ein Müllproblem.

Unser Vorschlag: Grundsätzlich sind Mehrwegflaschen natürlich umweltfreundlicher als die Einwegvariante. Doch so einfach ist es dann auch wieder nicht: Mehrwegflaschen aus Glas sind nämlich nur dann umweltfreundlicher als Plastikflachen, wenn sie keine langen Transportwege hinter sich haben. Am besten, ihr habt immer eure eigene Trink- oder Mehrwegflasche mit Leitungswasser oder einem anderen Getränk eurer Wahl dabei.

Die Initiative Refill Deutschland umfasst mittlerweile bundesweit 5.200 Läden, Stationen oder Brunnen, an denen ihr eure Flasche auch wieder auffüllen könnt. Überall wo ein Refill Aufkleber angebracht ist könnt ihr kostenfrei Leitungswasser in eure mitgebrachte Flasche auffüllen und so Plastikmüll vermeiden.

5. Obst und Gemüse lose kaufen

Wir neigen ja schnell dazu, Obst oder Gemüse in die kleinen, durchsichtigen Plastiktüten zu stecken, weil wir den Einkauf ungern lose übers Band kullern sehen möchten. Bio-Obst ist im Supermarkt häufig in Plastikfolie eingeschweißt. Soviel also zum Thema Bio. Da kommen wir beim umweltbewussten Einkaufen schon mal ins Schleudern.

Unser Vorschlag: Meist ist das Plastik drum herum vollkommen überflüssig, denn häufig haben Früchte und Gemüse ihre eigene schützende Hülle oder müssen einfach nur gut abgewaschen werden. Für Pilze, Kirschen, Salat und ähnliches könnt ihr eigene Mehrwegbeutel mitbringen oder zumindest Plastiktüten, die sich bereits zu Hause angesammelt haben und nun schon mal da sind, mehrfach nutzen.

6. "To stay" statt "To go"

Mal schnell unterwegs einen Becher Kaffee holen oder etwas zu Essen mitnehmen statt vor Ort zu essen. Wer von uns kennt das nicht? Lässt sich auch nicht immer vermeiden und ist hin und wieder auch praktisch. Manchmal fehlt die Zeit und manchmal auch die Lust, sich irgendwo hinzusetzen.

Unser Vorschlag: Fast alle Geschäfte akzeptieren auch eure mitgebrachte Mehrwegbecher oder Dosen. In vielen Cafés werdet ihr für euren Einsatz für die Umwelt sogar belohnt und der Kaffee im Mehrwegbecher kostet weniger. Oder ihr nehmt euch doch einfach mal die Zeit und trinkt den Kaffee im Café ganz in Ruhe. Das ist die noch schönere und entspanntere Art Plastik zu vermeiden.

7. Bei Kosmetik auf Inhaltsstoffe achten

Flüssigseife, Peelings, Duschgel oder Mascara. Hinter diesen Bezeichnungen und Produkten versteckt sich jede Menge Mikroplastik. Begriffe wie Polyethylen (PE) oder Polyquaternium (PQ) beinhalten die kleinen Partikel. Auch flüssige synthetische Polymere, also in der Umwelt nur schwer abbaubare Substanzen, verbergen sich in unserer Kosmetik.

Unser Vorschlag: Zertifizierte Naturkosmetik kommt ganz ohne erdölbasierte Bestandteile aus. Außerdem kann feste Seife für die Körperhygiene eine gute Alternative sein. Auch Shampoo und Haarkur gibt es in Seifenform. Für Peelings könnt ihr auch Kaffeesatz, Zucker oder Meersalz verwenden. Klingt erstmal komisch, funktioniert aber. Und achtet bitte auf die Inhaltsstoffe beim Einkauf von Kosmetik, lest auch mal das Kleingedruckte. Mehr Infos findet ihr dazu im BUND-Einkaufsratgeber.

Erste Discounter bieten jetzt sogar auch in Kooperation mit einem namhaften deutschen Kosmetikhersteller erste Nachfüllstationen für z.B. Bodylotions an. Aber bis sich das flächendeckend durchgesetzt hat wird es noch eine gute Weile dauern. Auch hier sind wir als Verbraucher*innen gefragt.

8. Kleidung länger nutzen

Häufig ist unsere Sport- und Outdoor-Kleidung aus Synthetik-Materialien, aus denen sich bei jedem Waschen Mikroplastik, herauslöst. Das kann in der Kläranlage nicht komplett herausgefiltert werden und landet so in unseren Gewässern. Unsere Kleiderschränke füllen sich immer wieder mit neuer Kleidung, weil man die alte nicht mehr sehen mag. Und die Kleidung ist ja auch zugegebenermaßen nicht immer so hochwertig, weil wir ja mal schnell eben ein T-Shirt, eine Bluse oder eine Hose im Vorbeigehen, in der Mittagspause oder in Feierabendlaune in einer Modekette für echt kleines Geld kaufen.

Unser Vorschlag: Ohne Müll, aber mit richtig viel Spaß, habt ihr auf Klamottentauschpartys mit Freundinnen und Freunden. So erhalten eure ältere Kleidungsstücke ein zweites Leben und Plastik wird nebenbei auch noch vermieden. Auch Secondhand-Shops und hochwertigere Produkte fördern das Wiederverwenden von Kleidung. Und sollte man die Kleidung einmal nicht mehr behalten wollen sind Spenden an örtliche Wohltätigkeitsorganisationen die beste Wahl. Der Stand auf dem Flohmarkt kann ebenso eine gewinn- und spaß bringende Angelegenheit sein.

9. Müll trennen

Die Müllverbrennung erzeugt Treibhausgase. Landet eurer ganzer Müll im selben Mülleimer, wird er als Restmüll verbrannt und erzeugt Treibhausgase. Auch Recycling kann energieaufwendig sein, ist aber trotzdem noch besser, weil es Rohstoffe wie Plastik und Metall mehrfach nutzt.

Unser Vorschlag: Auch wenn es in eurem Alltag manchmal mühsam ist, aber die konsequente Mülltrennung ergibt durchaus Sinn. Wenn ihr Glas und Papier zum Recycling bringt und aus Biomüll Kompost macht, wird kaum noch Müll in eurer Restmülltonne zu finden sein. Sollte euer Vermieter keine Bio- oder Altpapiertonne anbieten, so fragt doch einfach mal freundlich nach.

10. Müll sammeln

Plastikmüll im Meer, am Strand, am See, am Flussufer, egal wo in der Natur ist ein trauriger Anblick und doch allgegenwärtig. Am Ende landet viel von unserem Müll in den Mägen von Fischen, Walen und Seevögeln.

Unser Vorschlag: Krempelt eure Ärmel hoch und sammelt Müll. Jedes Müllteil, das ihr sammelt, kann keinen Tiermagen mehr verstopfen. Bei Aktionstagen wie dem Coastal Cleanup Day, der jährlich Mitte September stattfindet, lernt man ganz nebenbei noch nette Leute kennen. Oder ihr macht das mal beim Spazieren gehen. Müll einstecken und bis zum nächsten Papierkorb mitnehmen.

Die beste Art ist immer noch gar keinen oder möglichst wenig Müll zu produzieren. Und ganz wichtig: schmeisst euren Müll nicht einfach auf die Straßen oder Grünflächen. Tragt ihn bitte bis zum nächsten Mülleimer. Auch wenn's mal etwas länger dauert.

Bleibt sauber. hvv switch

* Quelle: statista.com


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